Wie macht man The Bitch glücklich? Ich meine so wirklich sinnlos glücklich? (Ja eh, aber außerdem)
Ganz einfach: Man lässt sie (ohne Jammern und Dreinreden) auf einen Flohmarkt gehen und (beinahe) hemmungslos stierln, schaun, kaufen...
Dann kommt nämlich sowas raus:

Ein tragbarer Krankensalbungs-Altar, und zwar Maria della Strada, von den Jesuiten. Links ist eine Liste der zu besuchenden Kranken, rechts ist eindringlich beschrieben, warum die Madonna ins Haus kommt....
Vieles an dem Ding ist seltsam: Erstens ist es wie eine Lade gefertigt:

Dann hat es einen Sockel (unten im Sockel ein rundes Loch und ein Schlitz)

Nur: wo ist die Reliquie? Irgendwo muss eine (gewesen) sein..
Jedenfalls steht das Ding bei mir zu Hause - bei den anderen völkerkundlich interessanten Kultobjekten ;-)
Außerdem erstanden: Obstmesserchen, bei denen man sich fragt: Wie hab ich nur ohne sowas überleben können?
Und, das perfekte Geschenk für Uli und Christian zur Hochzeit:

Der Spiegel ist das Geschenk, nicht das Kind, das behalten wir noch ein Weilchen.....
undercoveragent - 26. Jul, 20:20
LeserIn, jetzt hab ich gedacht es ist Sommer, aber denkste. Es regnet, schüttet, ist wie im Regenwald, ist aprilartig statt sommerlich. He, das hab ich nicht bestellt!
Sie wahrscheinlich auch nicht, aber was sollen wir tun? Darauf gibt es sicherlich viele Antworten, je nachdem, welcher Denk-Richtung man angehört.
Ich hatte erst kürzlich eine Eingebung (jaaaaa, LeserIn, ich weiß, ich bin gaaaanz ruhig...), die mir verstehen hilft, warum manche Menschen so sind, wie sie sind.
Folgen Sie mir in ein sommerliches Philosophicum
Wenns schüttet anstatt Badewetter zu spielen, LeserIn, kann man entweder
• fluchen und schimpfen (aggressiver Typ, Richtung: nach außen) – Effekt: alle Beteiligten, zufällig oder nicht, haben etwas davon. Eine Belästigung. Das eigentliche Problem bleibt ungelöst, da es sich um einen nicht adäquaten Lösungsweg handelt.
• sich ärgern, kränken (autoaggressiver/depressiver Typ, Richtung: nach innen) – Effekt: Herz, Leber, Galle und Blutdruck haben als Beteiligte was davon, später auch die Ärzte. PartnerInnen freuen sich besonders, weil ein ekelhaft grantiger (oder ein seltsam stiller) Mensch neben ihnen sitzt/liegt/steht. Problemlösung: inadäquat
• nachdenken, was man in seinem früheren Leben falsch gemacht hat, was das Ganze mit einem selbst zu tun hat und welchen Eso-Coach/ Guru/ Hexer/ Religionsbeauftragten man jetzt um Hilfe bitte könnte. - Effekt: lenkt wenigstens ab und nützt den diversen Scharlatanen ökonomisch außerordentlich. Problemlösung: Je nach Sichtweise, aber jedenfalls bleibt das Problem fröhlich dort wo es ist.
• Oder irgendwas tun, was man eben bei Regen gut tun kann: Pokern lernen, Malen, Schreiben, wilden Sex haben, sich die Fingernägel und die Fußnägel lackieren (auch die Männer), sich in ein Spa, ein Hammam oder in eine Therme begeben, sich jeden Tag ein anderes Museum ansehen (ich wette es gibt genug die sie nicht kennen!), wilden Sex mit irgendjemandem haben den sie vor dem Fingernagellackieren noch gar nicht kannten, lesen, sich in Internetforen herumtreiben, seine tausend Bücher und hunderttausend Papiere ordnen, Kuschelabende bei Tee und Geschichten veranstalten, wilden Sex...ich glaube Sie verstehen mittlerweile das Konzept.
Apropos Konzept. Gestern hatte ich eine Eingebung.
Nachdem ich vor einigen Wochen mit Freunden und Bekannten ein dermaßen oberflächliches, blödes Gespräch geführt hatte („Na dann sollen die benachteiligten und behinderten Jugendlichen sich halt eine Arbeit suchen, wenns keine haben“), dass ich mich beim nach Hause gehen gefragt hatte, ob ich von lauter Zombies umgeben wäre, die außer für ihre eigenen Geschäfte keine Aufmerksamkeit mehr für irgendein anderes lebendiges Wesen aufbringen können, hatte ich gestern ein genau gegenteiliges Gespräch – und das war genau so schlimm.
Ich ließ mich in eine Diskussion verwickeln mit Anhängern der Idee, dass jedes Problem hoch personalisiert gesehen werden müsse. Nicht ein Fehler, eine Schweinerei oder Irrtum oder Unwissen ist es dann, wenn jemand in Schwierigkeiten ist (die klassische Mutter mit zwei Kleinkindern, davon eins behindert, der der Alte abgehauen ist unter Zurücklassung von Schulden), sondern das muss schon eine tief verborgene, persönliche Ursache haben – die man dann ökonomisch oder ego-befriedigend gewinnbringend becoachen, bearbeiten, begleiten und verwalten muss.
Beide Typen haben viel gemeinsam, fiel mir da auf:
Die „Zombies“ lächeln dauernd, zeigen sich interessiert an anderen Personen (so lange es ihnen unmittelbar nützt natürlich), sind aber generell ausschließlich an ihrem eigenen Wohl interessiert und tun daher nichts, auch wenn sie leicht könnten.
Die zweite Gruppe, die „Vampire“, lächeln ebenfalls dauernd, zeigen sich ebenfalls sehr interessiert an anderen Personen (das nützt ihnen immer, sie lieben fremdes Leid, ich vermute, das nährt sie), aber auch sie sind ausschließlich an ihrem eigenen Wohl interessiert. Sie tun ebenfalls nichts, aber häufig, weil sie es weder von ihrer Kompetenz her können, noch wollen sie ein Problem rasch lösen, denn dann fehlt ja eine nahrhafte Leidensgeschichte....(da viele fürs Zuhören ja Geld nehmen, geht’s ja auch um den Verlust einer Einnahmequelle)
Was ist die Eingebung, fragen Sie sich sicher berechtigt? Na dass es irgendwo normale, lebendige Menschen geben muss, die so ziemlich in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen liegen – praktisch und rasch beim Helfen und beim Aufstellen von Möglichkeiten, und mit genug Empathie zum Verstehen aber ohne esoterischen oder religiösen Fanatismus (beide liefern so praktische Erklärungen für alles, ohne dass man auch nur einen Finger rühren muss)
Es regnet noch immer.
LeserIn, jetzt springe ich zum ersten Absatz und da ich mit „Schreiben“ fertig bin, komme ich jetzt zum nächsten Punkt. Sie entschuldigen mich.
undercoveragent - 26. Jul, 07:46
lizenziert.